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Station 4Was tun? Gäste des Zukunftslabors

Niko Paech, Volkswirt

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"Warum soll […] ein Drei-Liter-Auto klimafreundlicher sein als ein 25 Liter schluckender Opel Admiral, wenn der Besitzer des ersteren pro Tag 200 Kilometer zum Arbeitsplatz fährt, während der Admiral-Besitzer sein Fahrzeug nur fünfmal pro Jahr nutzt, ansonsten aber mit dem Fahrrad fährt?

Inwieweit trägt ein Passivhaus zur nachhaltigen Entwicklung bei, wenn deren Bewohner_innen über so viele Flachbildschirme, Computer, Kaffeemaschinen und Stereoanlagen wie Zimmer verfügen? Was bringt es, wenn jene, die im Gemeinschaftsgarten Möhren anbauen, den Urlaub in der Karibik verbringen oder zum nächsten Vernetzungstreffen nach Lateinamerika fliegen?"

"Allein individuelle CO2-Bilanzen sind eine verlässliche Zielgröße.

Dabei lautet die zentrale Frage: Was darf sich ein einzelnes Individuum an materiellen Freiheiten insgesamt aneignen, ohne sozial oder ökologisch über seine Verhältnisse zu leben? Bezogen auf das Beispiel Klimaschutz würde dies bedeuten, dass jedem Individuum pro Jahr noch 2,7 Tonnen CO2 zustehen. Der aktuelle Durchschnittswert individuell verursachter Emissionen beläuft sich beispielsweise in Deutschland auf knapp elf Tonnen."

Quelle: Blog von Niko Paech vom 25. Juli 2014; www.postwachstum.de

Niko Paech, Volkswirt und bis 2016 apl. Professor am Lehrstuhl für Produktion und Umwelt der Universität Oldenburg, prominenter Vordenker einer Postwachstumsökonomie, die davon ausgeht, dass unsere Zukunft eine Postwachstumsgesellschaft sein wird: by design or by desaster.